Verständnisprobleme

Bünde, den 13. Februar 2007.

In Marketingabteilungen ist Englisch Trumpf. Ob es um Vokabeln wie „Benchmark“, „Keyvisuals“, „Corporate Social Responsibility“ oder „Salesforces“ geht, das Deutsch-Englisch-Gemisch („Denglisch“) ist zur alltäglichen Sprache der Kommunikations- und Verkaufsexperten avanciert. Was leider häufig vergessen wird: Die Kunden sind noch nicht so weit. Eine aktuelle Studie von Endmark bestätigt erneut, dass die Mehrheit der deutschen Konsumenten englische Werbebotschaften nicht oder nur unzureichend versteht. Selbst Claims, die die Studienteilnehmer glaubten verstanden zu haben, wurden falsch übersetzt. So wirbt Beck's Bier mit „Welcome to the Beck's experience“. Fast die Hälfte der Befragten übersetzte „Experience“ mit „Experiment“. Tatsächlich ist aber in diesem Zusammenhang „Erlebnis“ gemeint.

In den neuen Bundesländern ist das Verständnis der englischen Sprache noch weniger verbreitet als in den alten. Sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern gibt es darüber hinaus ein Verständnisgefälle zwischen Jung und Alt, wobei die ältesten Befragten lediglich 49 Jahre alt waren. Interessant auch: Obwohl längst nicht alle Claims richtig übersetzt werden können, werden sie dennoch für gut befunden.

Bereits 2003 hatte eine erste Studie der Agentur für Benennungsmarketing festgestellt, dass Englisch in der deutschen Werbung zu vielen Missverständnissen führt. Einige der vor drei Jahren untersuchten Unternehmen wechselten nach Bekanntwerden der Ergebnisse ihre Werbesprache von Englisch zu Deutsch. So tauschte beispielsweise die Parfümeriekette Douglas „Come in and find out“ gegen „Douglas macht das Leben schöner“. Befragt wurden beide Male über eintausend Personen im Alter zwischen 14 und 49 Jahren in den Städten Hamburg, Köln, Leipzig und München.

 

Quelle: absatzwirtschaft 1/07


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