Print: Verärgerung über Verteuerung

Bünde, den 27. September 2006.

Werbung wird im nächsten Jahr teurer. Nach den TV-Sendern erhöhen auch die Publikumszeitschriften ihre Preise für 2007: um rund 2,4 Prozent.

Damit ist es offiziell: Zum traditionellen Veröffentlichungstermin der neuen Anzeigentarife für das nächste Jahr gab der VDZ am 1. September bekannt, dass 157 Zeitschriften erstmals saisonal differenzierte Anzeigenpreise anbieten. Allen voran viele Titel der Großverlage wie G+J (das gilt u.a. für 'stern', 'Gala', 'View', 'Brigitte', 'Woman'), Burda ('Focus', 'Bunte', 'Freundin' etc), Bauer ('TV Movie', 'TV Hören + Sehen', 'Intouch' etc), Axel Springer ('TV Digital', 'Hörzu', 'Bild der Frau' etc), die Motor-Presse Stuttgart ('auto motor und sport') und der Spiegel-Verlag ('Spiegel'). Das System zieht sich durch diverse Zeitschriftensegmente. Im Gegensatz dazu verzichten Verlage wie der Jahreszeiten Verlag, MVG, Conde Nast und Egmont Ehapa laut PZ-Online-Liste auf das neue Preismodell.

Bei den saisonalen Titeln sind bis zum 8. September nur die gewichteten Durchschnittspreise in der PZ-Online-Datenbank einzusehen, sodass noch keine Rückschlüsse auf das Ausmaß der Schwankungen möglich sind. Die entsprechenden Titel werden in nachfrageschwachen Monaten gegenüber dem Durchschnittspreis Preisabschläge und in nachfragestarken Monaten Preisaufschläge vornehmen. Dadurch versprechen sich „saisonabhängige Titel“ Kosteneinsparungen durch eine gleichmäßigere Auslastung. Ein Blick auf die Liste der Teilnehmer zeigt aber, dass auch Titel von dem System Gebrauch machen, deren 'Saisonabhängigkeit' schon sehr weit hergeholt scheint. Media-Experten hatten im Vorfeld befürchtet, dass es zu indirekten Preissteigerungen kommt. Wie der VDZ erklärt, wird die Anzahl und zeitliche Gültigkeit der verschiedenen Preiszonen titelindividuell festgelegt, da sich die saisonale Anzeigennachfrage pro Titel unterscheide. Zeigen wird sich, wie das Bundeskartellamt auf die Einführung saisonaler Anzeigenpreise reagiert. Dort könnte in Bezug auf einen möglichen Verdacht der „verbotenen Kartellabsprache“ ein Stein ins Rollen kommen.

 

Mehr in W&V 36/2006: www.wuv.de
und new-business: www.new-business.de


×

Toolbox Außenwerbung

Toolbox Onlinewerbung

×